Hoffnung für die Kulina
Hier findest du Projekte für das Volk, die wir derzeit unterstützen...
Wer sind die Kulina?
Die Kulina sind ein indigenes Volk, das von der Jagd, dem Fischfang und der Landwirtschaft im Amazonasgebiet Brasiliens und Perus lebt. Dabei halten die Kulina ihre eigene Kultur und Sprache aufrecht.
In der Vergangenheit lebten die Kulina völlig autark, das heißt, sie waren nur von sich selbst und der sie umgebenden Natur abhängig. Durch ihren animistischen Glauben ist ihr Leben sehr von schamanistischen Riten und spirituellen Ängsten begleitet.
Seit etwa einhundert Jahren besteht Kontakt zu nicht‑indigenen Brasilianern.
Die Situation der Kulina
Alle indigenen Völker Brasiliens erhalten staatliche Unterstützung. Diese gut gemeinte Hilfe führt bei den Kulina jedoch teilweise dazu, dass sie ihre Selbstversorgung aufgeben. Viele reisen regelmäßig in nahe Städte, um Sozialhilfe zu beziehen und Alkohol zu kaufen. In der Folge werden Felder vernachlässigt, der traditionelle Lebensstil geht verloren und Abhängigkeit entsteht.
Übermäßiger Alkoholkonsum fördert Gewalt, zerstört Familien und beschleunigt den Verfall der Kultur. Gleichzeitig ist die Bildungssituation trotz vorhandener Grundschulen kritisch: Viele Kulina können weder lesen, schreiben noch Portugiesisch sprechen. Alkoholmissbrauch, Bildungsdefizite und Konflikte mit der Mehrheitsgesellschaft führen zu Identitätsverlust und Perspektivlosigkeit – besonders unter Jugendlichen, deren Suizidrate alarmierend hoch ist.
Aus diesem Grund wandten sich Eltern und Dorfleiter an die Missionare Angelika und Andreas Totz. Daraus entstand die Vision eines ganzheitlichen Bildungsangebots: das Bildungszentrum Marinaha in Envira.
Das Bildungszentrum
„Marinaha“ ist Kulina und bedeutet
„Am Wissen festhalten“.
Im Bildungszentrum Marinaha soll dabei nicht nur das schulische Wissen gefördert, sondern auch das kulturelle Wissen der Kulina bewahrt werden.
Jugendliche aus verschiedenen Kulina‑Dörfern sind eingeladen, drei Jahre lang im Bildungszentrum zu leben und zu lernen. So sollen sie die Chance bekommen, sich an die aktuellen Veränderungen und Herausforderungen anzupassen, die ihnen sowohl in ihren Dörfern als auch in den sie umgebenden Städten begegnen.
🎓 Schulischer Bereich
Marinaha stützt sich dabei auf verschiedene Bereiche, wie den schulischen und den berufsfördernden Bereich.
Im schulischen Bereich sollen die Schüler in ihrem Basiswissen gefördert werden, damit sie Anschluss an das städtische Schulsystem haben.
🛠️ Berufsorientierung
Durch Kurse und Praktika sollen sie an die herkömmlichen Berufszweige herangeführt werden. So haben sie die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen in den Dörfern zu verbessern, können aber auch bezahlte Arbeiten in den umliegenden Städten finden.
->Im September 2019 wurden erstmals etwa 30 Schüler im Bildungszentrum aufgenommen.
Onesimo Boote
Unser Herzensanliegen ist, dass auch die
indigenen Stämme im Amazonas Jesus
kennenlernen dürfen. Wir unterstützen indigene
Mitarbeiter durch Gebet und praktische Hilfe
dabei, die gute Botschaft von Jesus Christus
weiterzugeben. Eine Form dieser Unterstützung
ist unsere Bootsflotte von zwei Booten, mit
denen Ronei und Edson, zwei indigene
Mitarbeiter, ihren Stamm, die Kulina, erreichen
und von Jesus erzählen können.
Arride
Der kleine Arosa aus dem Volk der Kulina, dessen Familie durch Alkoholabhängigkeit stark belastet war und der zeitweise geschützt und medizinisch versorgt werden konnte. Trotz unterstützender Hilfe verunglückte Arosa mit nur neun Monaten tödlich. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele ähnliche Schicksale und gab den Anstoß für die Arbeit Arride, die sich besonders für schutzbedürftige Menschen einsetzt. Um z.B. Menschen aus vulnerablen Gruppen(Kinder, Frauen, ältere Menschen) in indigenem Kontext ein ganzheitliches Hilfsangebot zu bieten.
Wie?:
- In unseren Arbeitsbereichen beschränken wir uns nicht, sondern nehmen die Probleme und Nöte ernst, mit denen die Kulina oder Behörden in Bezug auf die Kulina zu uns kommen. Unser Ziel ist es gemeinsam mit den Kulina ihre Lebenssituation zu verbessern und ihnen zu Würde und grundlegenden Menschenrechten zu verhelfen.
- Wir arbeiten in Form von kleinen Projekten und Initiativen und durch die Förderung und Unterstützung einzelner Kulina (Multiplikatoren), die sich für ihr Volk einsetzen. Wir arbeiten in direktem Kontakt und Miteinander mit ihnen, mit dem Anliegen ihre Probleme zu hören und gemeinsam mit ihnen Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen, die ihrem Kontext und ihrer Kultur gerecht werden.
- Wir arbeiten in enger Kooperation mit staatlichen und nicht‑staatlichen Behörden, um den Kulina umfangreich und ganzheitlich helfen zu können.
Aktueller Stand:
- Wir begleiten schon seit längerem eine Familie des Stamms der Arara. Sie haben 2025 die Bibelschule Peniel/MNTB abgeschlossen und haben ein großes Anliegen, Gottes Wort in seinem Stamm und den Nachbarstämmen zu lehren.
- Einige junge Kulinafamilien und -Singles werden 2 Monate basics in der Alfabetsation auf Kulina, Portugiesisch, Jüngerschaft und praktische skills erhalten
- April 26: Zwei Kinder Notbehandlung, ein weiterer Suizid

